Reklama
Rozwiń
Reklama

Die tragischste Station der polnischen Golgotha

Der letzte Brief von Präsident Lech Kaczynski an Katyn Familien

Publikacja: 12.04.2010 15:19

Red

[b]Sehr geehrte Vertreter der Familien der Opfer von Katyn!

Sehr geehrte Damen und Herren![/b]

Im April 1940 wurden mehr als 21.000 polnische Kriegsgefangene aus den Gefängnissen und Lagern der (sowjetischen Geheimpolizei) NKWD ermordet. Dieses Völkermordverbrechen wurde nach dem Willen Stalins und auf Befehl der obersten Führung der Sowjetunion vollstreckt. Das Bündnis des Dritten Reiches und der UdSSR, der Ribbentrop-Molotow-Pakt und die gegen Polen gerichtete Aggression vom 17. September 1939 fanden ihren Höhepunkt im Verbrechen von Katyn. Nicht nur in den Wäldern von Katyn, auch in Twer, Charkiw und anderen, bekannten oder noch unbekannten Hinrichtungsstätten von Bürgern der II. Republik. Es waren Menschen, die das Fundament unserer Staatlichkeit bildeten, die unbeugsam waren im Dienst am Vaterland. Zur gleichen Zeit wurden die Familien der Ermordeten und tausende von Einwohnern unserer Ostgebiete der Vorkriegszeit ins Innere der Sowjetunion deportiert, wo ihre unaussprechlichen Leiden den Weg des polnischen Golgatha des Ostens markieren.

Die tragischste Station auf diesem Weg war Katyn. Die polnischen Offiziere, Geistlichen, Beamten, Polizisten, Grenzschutz- und Strafvollzugsbeamten wurden ohne Prozess und Urteil vernichtet. Sie waren die Opfer eines unerklärten Krieges. Ihr Mord geschah unter Verletzung der Gesetze und Konventionen der zivilisierten Welt. Ihre Würde, die Würde von Soldaten, Polen und Menschen, wurde mit Füßen getreten. Die Gruben des Todes sollten die Leichen der Ermordeten und die Wahrheit über das Verbrechen für immer verbergen. Die Welt sollte nie davon erfahren. Die Familien der Opfer wurden ihres Rechts beraubt, öffentlich zu trauern, ihre Angehörigen zu beweinen und ihrer würdig zu gedenken. Die Erde verdeckte die Spuren des Verbrechens, und die Lüge sollte sie aus dem menschlichen Gedächtnis löschen.

Die Verheimlichung der Wahrheit über Katyn infolge der Entscheidungen der Urheber dieses Verbrechens wurde im Nachkriegspolen zu einem Fundament der Politik der Kommunisten. Sie wurde zur Gründungslüge der Volksrepublik Polen. Damals zahlte man für die Erinnerung und die Wahrheit über Katyn einen hohen Preis. Doch die Angehörigen der Ermordeten und andere mutige Menschen haben dieser Erinnerung die Treue gehalten. Sie haben sie verteidigt und den nächsten Generationen von Polen weitergegeben. Sie haben sie durch die Zeit der kommunistischen Herrschaft hinübergerettet und ihren Landsleuten im freien, unabhängigen Polen anvertraut. Daher schulden wir ihnen allen, vor allem den Familien der Opfer von Katyn, Respekt und Dankbarkeit. Im Namen der Republik danke ich Ihnen zutiefst: Sie haben die Erinnerung an Ihre Angehörigen verteidigt und damit eine wichtige Dimension unseres polnischen Bewusstseins, unserer Identität gerettet.

Reklama
Reklama

Katyn ist zu einer schmerzenden Wunde in der polnischen Geschichte geworden, hat aber auch die Beziehungen zwischen Polen und Russen auf Jahrzehnte vergiftet. Arbeiten wir daran, dass die Wunde von Katyn endlich vollends heilen und vernarben kann. Wir sind auf diesem Weg. Wir Polen anerkennen die russischen Bemühungen der letzten Jahre. Diesen Weg der Annäherung unserer Völker sollten wir weiter beschreiten, ohne darauf innezuhalten oder zurückzugehen.

Alle Umstände des Verbrechens von Katyn müssen bis zum Ende untersucht und aufgeklärt werden. Wichtig ist, dass die Unschuld der Opfer juristisch bestätigt und dass alle Dokumente über dieses Verbrechen offengelegt werden. Damit die Katyn-Lüge für immer aus dem öffentlichen Raum verschwindet. Wir fordern dies vor allem mit Rücksicht auf die Erinnerung an die Opfer und das Leid ihrer Familien. Aber wir fordern es auch im Namen der gemeinsamen Werte, die ein Fundament von Vertrauen und Partnerschaft zwischen den Nachbarvölkern in ganz Europa bilden müssen.

Ehren wir gemeinsam die Ermordeten, beten wir über ihren Köpfen. Ehre sei den Helden! Ehre ihrem Andenken!

[b][link=http://www.rp.pl/artykul/460070.html]Przeczytaj list w języku polskim[/link][/b]

Wydarzenia
Nowy START podpisany
Wydarzenia
USA idą na rękę Rosji
Wydarzenia
Szpiegu, szpiegu, chodź na tortury!
Wydarzenia
Poznaliśmy nazwiska laureatów konkursu T-Mobile Voice Impact Award!
Materiał Promocyjny
Historyczne śródmieście Gdańska przyciąga klientów z całego kraju
Reklama
Reklama
REKLAMA: automatycznie wyświetlimy artykuł za 15 sekund.
Reklama